Aktien: Kursgewinne durch Optionsscheine absichern?

Spekulationen können durchaus auch einmal aufgehen. Da hat man sich vor Monaten für den Kauf einer Aktie entschieden, und nun ist der Kurs erfreulich angestiegen. Was sollte man tun? Verkaufen oder noch abwarten? Oder kann man den Kurs gegen einen Rückgang absichern?

Zunächst: an Gewinnrealisierungen ist noch kein Anleger gestorben. Doch ist es natürlich auch möglich, das Papier gegen einen Kursrückgang abzusichern. Das geht durch Optionsscheine, aber auch durch echte Optionsrechte.

Zur Kursabsicherung verwendet man Verkaufs- oder Put-Optionsscheine oder Put-Optionen. Für die Optionsscheine oder die Optionsrechte muss man natürlich bezahlen. Das ist ein Grund, der gegen eine Absicherung spricht. Denn dieser Preis mindert die Rendite. Allerdings bietet er eben die Sicherheit, dass man die Aktie zu einem bestimmten Kurs verkaufen kann, auch wenn dieser sinken sollte. Und falls er weiter steigt, kann man den Optionsschein oder die Option verfallen lassen und hat den zusätzlichen Kursgewinn nicht in der Tasche, wohl aber auf dem Papier des Kontoauszugs. Natürlich abzüglich der für die Absicherung aufgewendeten Kosten.

Beim Optionsschein kommt noch hinzu, dass Aktie und Optionsschein nicht miteinander gekoppelt sind. Beim Glattstellen hat man daher zwei Geschäfte, und es fallen auch zweimal Transaktionskosten an.

Bevor man solche die Rendite schmälernde Absicherungen tätigt, sollte man überlegen, ob es nicht doch besser ist, den Kursgewinn zu realisieren. Eventuell kann man ja auch nur einen Teil der Aktien verkaufen. Steigt der Kurs weiter, partizipiert man wenigstens mit dem verbleibenden Teil, und fällt der Kurs, dann ist man nicht mit der ganzen Position davon betroffen.

Autor: gs | Veröffentlicht am Montag, 25. April 2011
Tags: Put Optionsscheine Verkaufsoption Putoption Kursabsicherung Gewinnrealisierungen