Auslandsanleihen ins Depot? Risiko Wechselkurse und Währungskursverluste
Bei den mageren deutschen Zinsen fragt man sich natürlich, ob man nicht besser eine Auslandsanleihe in sein Depot legen sollte. Es gibt tatsächlich noch richtige Schnäppchen - doch immer muss man sich darüber im Klaren sein, dass Währungskursverluste drohen können.
Währungskursverluste können manches Anlageergebnis verhageln. Besonders ist dies dann der Fall, wenn man exotische Währungen in Betracht zieht. Doch stellt sich die Frage, wie dies im Verhältnis des Dollar zum Euro sein wird.
Zwar haben die USA ein riesiges Staatsdefizit, doch auch die Europäer sind da nicht viel besser. Das könnte darauf hinauslaufen, dass die Wechselkurse sich nicht so entscheidend ändern, dass man langfristig nicht von höheren Dollarzinsen profitieren könnte. Außerdem sollte man davon ausgehen können, dass die Auswirkungen der Finanzkrise inzwischen so weit "verdaut" sind, dass mit größeren Pleiten nicht mehr zu rechnen ist.
Bekanntlich sollte man an der Börse kaufen, wenn die Kanonen donnern. Im Klartext heißt dies, dass man bei einer Investition zu Tiefstkursen zwar ein hohes Risiko eingeht, aber auch hohe Gewinne möglich sind.
Dazu zwei Beispiele: - wer Anfang 2009 in Anleihen von General Motors investierte, musste einen Totalverlust verbuchen. Wer stattdessen beispielsweise eine mit 5,25 % verzinste Anleihe der früheren GM-Tochter GMAC erwarb, musste dafür weniger als 30 US-Dollar ausgeben und kann sich heute über einen Kurs von 96 US-Dollar freuen. - ein ebenfalls von der Finanzkrise gebeutelter amerikanischer Konzern ist der Finanzdienstleister MBIA. Doch scheint das Unternehmen inzwischen stabil zu sein. Von MBIA gibt es eine zu 7 % notierende Anleihe, die bis 2025 läuft und im April 2011 unter 85 Dollar notiert. Dies ergibt eine Rendite von etwa 9%.
Ob dies ein Schnäppchen ist?
Autor: gs | Veröffentlicht am Mittwoch, 20. April 2011
Tags: Anleihen Wechselkurs Auslandsanleihen Dollaranleihen Währungsrisiko Auslandsanlagen Währungskurs