Beruf Bühnenmaler: Ausbildung, Tätigkeit und Chancen

Bühnenbilder wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts auf Leinwand gemalt. Für deren Fertigung benötigte man - damals noch - einen Dekorations- bzw. Kunstmaler. Im Allgemeinen ist die Malerei das Erstellen einer Kopie nach einem Entwurf, irgendeiner Vorlage oder nach den Vorstellungen des Bühnenplastikers. Größere Städte zeigten damals - auf Grund der zunehmenden kulturellen Bedürfnisse - einen enormen Bedarf an solchen Kunsthandwerkern an. Damit war es auch möglich, dass viele Kunstmaler sogar ihren Lebensunterhalt damit verdienen konnten - was damals bei Ausübung eines Kunsthandwerkes gar nicht so selbstverständlich war.

Die Arbeit von einem Bühnenmaler beinhaltet schwerpunktmäßig das Aufbringen von Farbstrukturen bzw. das Bemalen von Flächen, so dass das Bühnenbild gleichzeitig zweidimensional gestaltet wird. Hierbei stand das fertige Objekt im Vordergrund, ungeachtet der verwendeten Materialien. Es kamen Materialien zum Einsatz, die überwiegend billig waren und auch keine lange Haltbarkeit aufwiesen. Bühnenmaler standen deshalb meist mit dem Bühnenbildner auf Kriegsfuß, weil dessen Vorstellungen nicht real umgesetzt wurden.

Konfliktprobleme gab es hinsichtlich sehr oft bei der Einhaltung des Brandschutzes. Denn die verwendeten Materialien entsprachen nicht immer den Anforderungen des Brandschutzes. Auf Grund der geringen Qualität der verarbeiteten Stoffe vom Bühnenmaler konnte nicht immer sichergestellt werden, dass diese nicht entflammbar oder aber auch nur schwer entflammbar sind. Da man hier sehr große Flächen zu bearbeiten hat kommen für das Bemalen der Kulissen und Bühnenbilder überwiegend wasserlösliche Farben, die wenig Lösungsmittel enthalten, zum Einsatz. Da für die zu verwendenden Arbeitsmittel vom Bühnenmaler meist eine oder mitunter auch zwei Hände benötigt werden, ist dem Arbeitsschutz erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Weil die zu bearbeitenden Kulissen und auch Prospekte meist ebenerdig liegen die Bühnenmaler aber stehend arbeiten, sind die Arbeitsmittel eines Bühnenmalers mit einem Stiel versehen. Oder aber die Bearbeitung der Oberflächen wird hauptsächlichst in der Hocke ausgeführt. Seit 2002 ist es Deutschland möglich, einen Berufsabschluss als Bühnenmaler/Bühnenplastiker zu erwerben. Somit erhält man eine anerkannte Ausbildung. Diesen Beruf lehren Fachschulen für Malerei und künstlerische Gestaltung.

Für diesen Beruf sollte man Sinn für Farben und ein Vorstellungsvermögen, das möglichst räumlich haben. Eine künstlerische Begabung ist gefragt sowie eine gewisse Fähigkeit, sich anzupassen. Denn die verschiedenen Kunststile erfordern eine Anpassung. Weitere Voraussetzungen, um Bühnenmaler werden zu können, sind körperliche Fitness sowie das problemlose mitunter lange Stehen bei der Arbeit.

Autor: bm | Veröffentlicht am Montag, 21. Juni 2010
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