Börsenprofis vorbehalten: Handel mit Derivaten
Derivate eröffnen auf der Basis bestehender Wertpapiere zusätzliche Möglichkeiten des Handels an der Börse. Sie werden oft für spekulative Zwecke genutzt. Mit Derivaten werden Schwankungen anderer Anlagen überproportional nachvollzogen. Es gibt keine offizielle Listung, welche Derivate auf dem Markt gehandelt werden können. Zu den bekanntesten Produkten gehören Optionen, Zertifikate, Swaps, Zinstermingeschäfte und Futures.
Der Handel mit Derivaten ist nichts für Kleinanleger oder „unerfahrene Hobbybörsianer“. Hier geht es meist um große Summen. Finanzderivate werden zum Beispiel dann eingesetzt, wenn hohe Summen angelegt und Kursschwankungen von hundertstel eines Prozentpunktes an der Börse ausgenutzt werden sollen. Derivate werden auf diese Weise für sehr kurzfristige Transaktionen auf den globalisierten und praktisch immer noch nicht regulierten Finanzmärkten eingesetzt. Die Spekulationen mit Derivaten haben entscheidend zur Finanzkrise der jüngsten Vergangenheit beigetragen.
Als Beispiel für die letzte Aussage soll der Immobilienbereich herangezogen werden. Der aufgeblähte amerikanische Immobilienmarkt führte zu höheren Hypotheken, welche die Investoren aufnehmen mussten. Das Risiko, dass diese Schuldner ihren Kapitaldienst nicht mehr leisten konnten, wurde in eigenen Finanzprodukten verbrieft und am Markt gehandelt.
Diese Finanzprodukte wurde dann wiederum zur Basis eines neuen Derivats (zweiter Ordnung). So wuchs der Kredit-Derivate-Markt gigantisch. Die große Immobilienblase platzte, als immer mehr Kreditnehmer ihre Schulden nicht mehr tilgen konnten und die gehandelten „Wertpapiere“ wertlos wurden.
Autor: ab | Veröffentlicht am Donnerstag, 2. September 2010
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