CFD Handel: Traden mit gemietetem Geld
CFD ist eine Abkürzung und steht für "contract for difference". Konkret bedeutet dies, dass ein Vertrag geschlossen wird, in dem Wertpapiere gegen eine Kaution gemietet werden. Diese Kaution beträgt einen festen prozentualen Anteil in Höhe von 0,1-10% des gemieteten Wertes und hängt ab von gehandeltem Wert und genutzter Tradingplattform. Die Kaution stellt den realen monetären Erst-Einsatz des Investors dar, der die Wertpapiere gemietet hat und beträgt nur einen Bruchteil des real „gekauften“ und somit handelbaren Wertes. Dem Käufer und Anleger stehen damit sehr große Hebel, in Form von geliehenem Aktienkapital, zur Verfügung. Daher kann der Anleger auf der einen Seite sehr schnell hohe Gewinne erzielen, aber eben auch schnell sehr viel Geld verlieren.
Der Käufer muss beim Erwerb bestimmen, in welche Richtung sich der gekaufte Wert/Aktie bewegen wird. Läuft der gehandelte und geliehene Wert in die richtig vorhergesagte Richtung, steigt das Guthaben des Käufers. Der Gewinn, aber auch der Verlust, richtet sich nach Anzahl der Titel mal die Summe der „Pips“, also Punkte, die der gehandelte Wert sich in die richtig eingeschätzte Richtung bewegt hat, und dies zum Zeitpunkt zu dem der Käufer seine CFDs wieder verkauft oder kauft, bzw. seine Postionen schließt. Strebt dagegen der geliehene Wert in die Gegenrichtung, so verliert der Käufer umgehend Kapital. Ein kleines Beispiel soll die Hebelkraft gehandelter CFDs verdeutlichen.
Mit 1000 Euro lassen sich zum Beispiel bis zu 30 DAX Index CFDs erwerben, wenn man annimmt, das der Dax gerade einen Stand von ca. 6000 Punkten hat. Der Broker verlangt nun eine Kaution von 0,5% des eigentlichen Wertes. Die Kaution beträgt im Beispiel somit 900 Euro, beziehungsweise 30 Titel x 30 Euro (Kaution 0,5%) pro DAX Index CFD.
Bei jedem Punkt Bewegung des Dax Index CFDs in die richtig vorhergesagte Richtung, erhöht sich das Kapital des Anlegers um 30 Euro, da 30 gehandelte DAX Index CFDs pro Bewegung um einen Punkt in die richtige Richtung jeweils 1 Euro einbringen. Ist zum Beispiel eine Bewegung von 10 Punkten erreicht, beträgt der Gewinn, nach Schließen der Positionen, 300 Euro. Das geliehene Kapital, um den jeweiligen Wert in diesem Ausmaß handeln zu können, betrug 180.000 Euro, da ja eigentlich 30 DAX-Titel zu Wert von je 6000 Punkten bzw. Euro gehandelt wurden.
Das oben genannte Beispiel kann analog auch auf Verluste angewandt werden: bewegt sich der DAX um 10 Punkte in die „falsche“ Richtung, so ist man 300 Euro los. Der CFD Handel ist für ein Hebelinstrument, bei dem Schrecken und Glück nah beieinander einander liegen. Daher ist das richtige Moneymanagement, neben ausreichenden Kenntnissen, die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen CFD Handel.
Autor: cf | Veröffentlicht am Montag, 23. August 2010
Tags: Wertpapiere Aktien Konditionen Zertifikate Geld anlegen DAX Index CFD