Darf die Bank meine Kreditzinsen einfach so erhöhen?
Einfach so darf eine Bank die Kreditzinsen nicht erhöhen. Die Kreditzinsen basieren auf einem Vertrag zwischen Bank und Kunde. Was im Vertrag steht, das gilt.
Bei einem üblichen Ratenkredit sind die Zinsen in der Regel während der Laufzeit fest und verändern sich nicht. Weder darf die Bank erhöhen, noch muss sie andererseits niedrigere Zinsen gewähren, wenn die Zinsen rückläufig sind. Zu einer Zinserhöhung kann es in einem solchen Fall nur kommen, wenn die Ratenzahlungen nicht eingehalten werden. Dann kann die Bank entsprechend den im Vertrag festgelegten Bedingungen die Zinsen erhöhen, und sie kann auch durch Gebühren noch einmal kräftig zulangen.
Bei einem Immobilienkredit hat man meist die Wahl, wie lange man die Zinsen festschreiben will. Da gilt der Zinssatz nur für die Dauer der Zinsfestschreibung. Der Kredit läuft länger, zu einem Zinssatz, der dann neu vereinbart werden muss. Die Bank wird in jedem Fall ein Angebot machen. Wenn man dieses nicht annehmen will, muss man den Kredit allerdings zurückzahlen.
Die Zinsfestschreibung bietet deshalb Chancen und Risiken. Im Zweifel sollte man sich für die längere Festschreibung entscheiden, weil man dann sicherer kalkulieren kann.
Beim Dispositionskredit gibt es meist keine Zinsfestschreibung. Hier behält sich die Bank vor, die Zinssätze anzupassen - in der Regel nur nach oben. Nach unten - da muss man meist nachfragen. Und im Falle des Falles eben anderweitig einen günstigeren Kredit anstelle des Dispokredits in Anspruch nehmen. In jedem Falle sollte man vor der Inanspruchnahme eines Dispokredits einen Kreditvergleich durchführen.
Autor: gs | Veröffentlicht am Donnerstag, 24. März 2011
Tags: Kreditvertrag Zinssatz Kreditzinsen Konditionen Zinsfestschreibung Darlehenszinsen Zinserhöhung