Effektiver Jahreszins vs Kreditzins und Angebotszinssatz - wo ist der Unterschied?

Jeder, der schon mal mit dem Gedanken spielte, einen Kredit zu beantragen oder eventuell bereits einen beantragt hat, hat schon mal das Wort effektiver Jahreszins gehört. Wir möchten den Unterschied zwischen beiden Zinssätzen kurz erläutern:

Bei der Vergabe eines Kredites fallen wesentlich mehr Kosten als nur der Sollzins an. Die Bank erhebt in der Regel Gebühren und Spesen, die natürlich auch vom Kreditnehmer getragen werden müssen. Damit ein Kredit attraktiver wird, beschreibt kein Kreditinstitut seine Kreditangebote, indem zusätzlich zum Zinssatz noch diese Kosten aufgeführt werden.

Würden sie dies tun, könnte der Kreditnehmer verschreckt werden. Um also diese Kosten vor dem Kunden zu verstecken, wurde der effektive Jahreszins erfunden. Dieser besteht somit aus dem "normalen Zinssatz" den der Kreditnehmer für den aufgenommenen Betrag zahlen muss als auch für alle weiteren Kosten, wie zum Beispiele Einmalgebühren oder laufende Provisionen usw.

Der effektive Jahreszins besitzt jedoch nicht nur diese Nachteile, er birgt auch ein paar Vorteile in sich: Da alle Kreditinstitute den effektiven Jahreszins angeben müssen, fällt der Vergleich für den Bankkunden wesentlich einfacher. Würde es keinen effektiven Jahreszins geben, dann müsste der Kreditnehmer bei jedem Angebot alle Kosten separat berechnen und auf mühsame Art und Weise miteinander vergleichen. Diese Arbeit wird eindeutig vom effektiven Jahreszins abgenommen. Ferner können so keine Kosten übersehen werden.

Autor: mt | Veröffentlicht am Freitag, 7. Januar 2011
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