Euro-Crash droht: Ist unser Geld bald nichts mehr wert?

Der Euro ist, neben dem US-Dollar, die wichtigste Währung der Welt. Da kann man sich nicht so recht vorstellen, dass es zu einem wirklichen Crash kommen wird.

Den Rating-Agenturen darf man nämlich nicht alles glauben. Ihre Macht beruht einfach nur darauf, dass Anleger und Investmentfonds es sich sehr einfach machen und anhand des Ratings ihre Entscheidungen treffen. In manchen Fällen ist das sogar vorgeschrieben. Wer etwa Geld für Dritte anlegt - und das tun Investmentfonds -, kann durch Gesetz, meist aber nur durch die Satzung, gezwungen sein, das Geld nach bestimmten Kriterien anzulegen.

Für einen Investmentfonds ist da das Rating ein willkommenes Alibi, das von eigenen Recherchen freistellt. Verändert die Ratingagentur das Rating, ist der Fonds von der Satzung her gezwungen, diese Papiere zu verkaufen - mit der Folge, dass sie noch tiefer in den Keller gehen, weil es kaum Abnehmer gibt.

Wenn dieser Glaube an das Rating wieder von der Vernunft abgelöst wird, spielt das Rating nicht mehr die Rolle, die ihm zugeschrieben wird.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Anleihe der GMAC, der früheren Finanztochter von General Motors, ging aufgrund von Ratingverschlechterungen in den Keller - je nach Papier um über 50 Prozentpunkte. Zwei Jahre später wurde die Anleihe zu 100 % zurückgezahlt - ein Schnäppchen für den, der damals den Mut zur Anlage hatte.

Für den Euro-Crash spricht lediglich die hohe Staatsverschuldung. Der Staat kann sich, beispielsweise durch Geldentwertung oder durch eine Währungsreform, entschulden. Das gilt natürlich auch für Privatleute.

Was kann man tun? Sachwerte sind zu Inflationszeiten besser als Geldwerte. Aber Vorsicht mit der Kreditfinanzierung: Der Kredit muss vereinbarungsgemäß getilgt werden, sonst sind auch die Sachwerte nichts wert, wenn sie zwecks Tilgung verschleudert werden müssen. Zu den Sachwerten kann man auch Aktien mit Substanz zählen.

Bedingt möglich ist auch die Anlage in anderen Währungen, etwa im Schweizer Franken. Doch ist diese Anlage mit Risiken verbunden, weil auch der Franken in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Und: eine solche Anlage bringt meist keine große Rendite.

Autor: gs | Veröffentlicht am Dienstag, 12. Juli 2011
Tags: Wirtschaftskrise Inflation Geldentwertung Krise Rating Staatsverschuldung Schuldenkrise Euro-Crash Währungsreform