Geldkurs oder Briefkurs - was ist was?

Dem Geldkurs und dem Briefkurs begegnet man an verschiendenen Ecken. Beispielsweise bei Währungen, bei Aktien, bei Anleihen oder bei Fondsanteilen.

Zum Geldkurs wird geboten, vielleicht kann man es sich so am einfachsten merken. Jemand möchte eine Aktie kaufen und bietet dafür als Beispiel 98 Euro pro Aktie. Das ist der Geldkurs, den er für die Aktie bietet und zu dem er sie kaufen möchte. Wenn sich kein Verkäufer findet, kann dieser Kurs an der Börse mit dem Zusatz "G" in der Kursliste stehen.

Umgekehrt könnte es sein, dass jemand diese Aktie verkaufen möchte. Er möchte aber 102 Euro pro Aktie haben. Das ist dann der Briefkurs. Wenn niemand da ist, der die Aktie kaufen möchte, würde dieser Kurs mit dem Zusatz "B" für Brief in der Kursliste stehen.

Jetzt kommt es darauf an, ob einer der beiden ein Limit gesetzt hat. In diesem Falle kommt kein Geschäft zustande, weil der jeweilige Kurs, zu dem jemand kaufen oder verkaufen will, nicht erreicht wird. Anders sieht es aus, wenn die Aufträge ohne Limit erteilt werden. Dann gibt es einen Mittelkurs, nämlich 100 Euro, zu dem das Geschäft abgeschlossen wird. Der Käufer muss 100 Euro pro Aktie bezahlen, und der Verkäufer erhält 100 Euro pro Aktie. Das ist der Mittelkurs. Spesen und ähnliches natürlich außer Acht gelassen.

Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs wird auch als Spread bezeichnet. Bei marktbreiten Aktien, also Aktien mit einem regen Handel, ist der Spread geringer wie bei Aktien, die nur selten gehandelt werden.

Autor: gs | Veröffentlicht am Freitag, 4. Februar 2011
Tags: Geld Brief Geldkurs Briefkurs Mittelkurs Spread