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Geschlossene Immobilienfonds aussitzen?

Im Zuge der Immobilienkrise wurden bei einigen Immobilienfonds massenhaft Anteile zurückgegeben. Während bei einem Aktienfonds dann Aktien über die Börse verkauft werden, ist das bei einem Immobilienfonds nicht möglich. So schnell kann er die Immobilien nicht verkaufen. Um des Rückflusses Herr zu werden, blieb deshalb verschiedenen Fonds nichts anderes übrig, als die Rücknahme von Anteilen abzulehnen. Die Fonds wurden geschlossen.

Wer solche Anteile besitzt, steht vor der Frage, ob er sie weiterhin hält oder versucht, sie über die Börse zu verkaufen. Ein sofortiger Verkauf bedeutet allerdings, dass man einen signifikanten Kursverlust in Kauf nehmen muss. Dafür ist man den Stress los und braucht sich keine Gedanken zu machen, wann und wie viel man für die Anteile eines Tages zurück bekommt.

Die Frage ist, wie die Fondsgesellschaft agiert. Wenn sie zur Deckung der offenen Rücknahmen Immobilien zu jedem Preis verkauft, wird der Wert der Anteile ohnehin kräftig sinken. Dann kann man sie auch gleich mit Verlust verkaufen. Das hängt natürlich entscheidend von der Bewertung der Immobilien ab. Wenn die Fondsgesellschaft zu teuer eingekauft hat, ist der Verlust größer wie wenn sie sorgfältig auf einen werthaltigen Preis geachtet hat.

Wenn die Fondsgesellschaft keine drastischen Abwertungen vornehmen muss, kann es durchaus sinnvoll sein, die Anteile zu halten. Es ist ja nicht so, dass alle Immobilien plötzlich wertlos geworden wären oder keine Erträge mehr brächten. Es kann daher gut sein, dass nur wenige Immobilien verkauft werden müssen und, wenn sich der Rücknahmestau aufgelöst hat, wieder normale Verhältnisse einkehren.

Deshalb sollte man nicht überstürzt verkaufen, sondern gegebenenfalls die Zukunft abwarten.

Autor: gs | Veröffentlicht am Montag, 4. April 2011
Tags: Immobilien Fonds Investment Immobilienfonds Immobilieninvestment geschlossene Fonds Rückgabesperre Rücknahmeverweigerung