Ist die Zeitarbeit für Firmen billiger als die Anstellung?

Kostet ein Zeitarbeiter weniger als ein normaler Arbeitnehmer? Ein Zeitarbeiter kostet dem ausleihenden Unternehmen etwa gleich viel oder nur geringfügig mehr, als wenn es einen festen Mitarbeiter einstellt. Die Löhne in der Zeitarbeit sind gering und aus diesem Grund können die Zeitarbeitsfirmen die Arbeitnehmer relativ günstig an ihre Kundenfirmen ausleihen. Das ausleihende Unternehmen muss neben dem Lohn selbstverständlich die Arbeitgeberanteile an den Sozialabgaben bezahlen und macht einen Gewinnaufschlag auf den entstehenden Betrag.

Welche Vorteile haben die Unternehmen? Die ausleihenden Unternehmen haben den Vorteil der Aushebelung des Kündigungsschutzes. Sie entleihen die Mitarbeiter von einem anderen Unternehmen für einen bestimmten Betrag pro Stunde und für eine bestimmte Zeit. Mit den Kündigungsschutzvorschriften, den Sozialabgaben, Ausfällen durch Krankheit, Urlaub etc. müssen sich die ausleihenden Firmen nicht auseinandersetzen. Die Beschäftigungszeit kann meistens ohne Frist beendet werden und die Unternehmen können daher sehr flexibel reagieren.

Welche Nachteile hat der Arbeitnehmer? Der Leiharbeiter hat immer einen geringeren Lohn, als die Stammbelegschaft eines Unternehmens. Das kann bis zu 30 oder 40% unter dem Lohn für einen Stammarbeitsplatz sein. Durch den geringen Lohn sind die Abgaben in die Rentenversicherung entsprechend wenig und die Aussicht auf eine ordentliche Rente nimmt dadurch sehr stark ab. Der in der Zeitarbeit angestellte Arbeitnehmer muss sich ständig auf einen neuen Arbeitsplatz einstellen und sehr flexibel sein.

Autor: cpb | Veröffentlicht am Dienstag, 14. Dezember 2010
Tags: Arbeitnehmer Arbeitgeber Rente Sozialabgaben Zeitarbeit Leiharbeiter Kündigungsschutz Löhne Stammarbeitsplatz Leiharbeit