Kredit für und von Privatpersonen – mögliche Konsequenzen
Viele Privatpersonen benötigen Kredite, und zwar aus den unterschiedlichsten Gründen. Oftmals bedenken sie dabei aber nicht die Risiken, die eine Geldaufnahme beinhaltet. Es kann leicht zu Zahlungsschwierigkeiten kommen, die schnell einen ganzen Schuldenberg nach sich ziehen. Dennoch gibt es viele Wünsche, die nicht ohne Kapital von außen zu verwirklichen sind.
Häufig ist es die Existenzgründung, für die nicht genügend eigene Mittel vorhanden sind. Oder das dringend benötigte Auto, komfortablere Möbel oder einfach nur simple Haushaltsgegenstände. Und wer ein Baby erwartet, muss ohnehin einige Anschaffungen machen. Dies alles sind Ausgaben, die schnell 10.000 € erreichen und sogar übersteigen. Bei den eher niedrigen Löhnen heutzutage wird kaum jemand solche Summen angespart haben.
Weitaus höher klettert der benötigte Geldbetrag, wenn ein Haus gebaut werden soll. Allein das Grundstück verschlingt – je nach Lage – beträchtliche Summen, von den Baukosten ganz zu schweigen. Vergessen Sie bitte keinesfalls die Nebenkosten wie etwa die Gebühren für Notar und Grundbuchamt. Kalkulieren Sie unbedingt mindestens 10% der offenkundigen Gesamtsumme (Grundstück und Bau) für Nebenkosten ein. Das schützt Sie später vor unangenehmen Überraschungen.
Dagegen nimmt sich ein schlichter Konsumwunsch, den viele Privatpersonen hegen, eher bescheiden aus. Die Fernreise in eine traumhafte Region, der längere Urlaub in einem nahe gelegenen Ort, der ganz moderne Fernseher für ungetrübten Filmgenuss oder auch ein anspruchsvolles Hobby können die eigenen finanziellen Reserven erschöpfen.
Die Banken tragen dem Kreditwunsch ihrer Privatkunden Rechnung. Oft locken sie mit besonders günstigen Konditionen etwa für den Autokauf oder andere spezielle Ausgaben. Ähnlich sieht es bei Kreditkartenanbietern aus. Hier gibt es meist überraschend üppige Kreditrahmen und lange Zahlungsziele. Das Risiko für den Verbraucher ist offenkundig, nämlich die drohende Überschuldung. Was häufig schon bei den Teenies mit einem sorglos gewährten Handyvertrag beginnt, setzt sich bei Erwachsenen rasch fort und führt dann unweigerlich zur Überschuldung, da die überfälligen Rechnungen einfach nicht mehr zu bezahlen sind. Privatinsolvenz ist dann der letzte Ausweg.
Wenn die Banken auch die Bonität eines möglichen Kreditnehmers gründlich prüfen, sind sie doch gleichzeitig oft recht sorglos bei der Kreditvergabe. Jeder einzelne sollte sich also einer Eigenverantwortung stellen, wenn er die Insolvenz vermeiden will. Denn daran hat man für den Rest seines Lebens zu tragen: Auch nach Beendigung des eigentlichen Verfahrens haben ganz offenkundig zumindest die ehemaligen Gläubiger, aber auch Banken, Versicherungen, Versandhäuser und andere Unternehmen, die grundsätzlich die Bonität eines Kunden prüfen, Kenntnis von der Insolvenz. In den USA ist es bereits jetzt eine persönliche Katastrophe, ohne Kreditkarte durchs Leben zu gehen. Wahrscheinlich wird dies auch bei uns bald so sein. Außerdem wird jemand, der ein Insolvenzverfahren hinter sich gebracht hat, nicht die geringste Überzeihung seines Girokontos einplanen dürfen, von größeren Krediten ganz zu schweigen.
Wenn Sie als Privatperson nur dann einen Kredit aufnehmen, wenn es unbedingt nötig ist, und Sie außerdem eine sorgfältige Planung Ihrer Finanzen sowie die Kontrolle über Ihre Einkünfte und Ausgaben haben, wird Ihnen ein unangenehmes Schicksal erspart bleiben.
Autor: jf | Veröffentlicht am Dienstag, 25. August 2009
Tags: Kredit Schulden Insolvenz Privatkredit Privatpersonen P2P-Kredit