Kredit für Wertpapier-Kauf: Aktien auf Pump kaufen?

Wer sich ein Wertpapierdepot aufbauen möchte und über ein geregeltes Einkommen verfügt, könnte auf den Gedanken kommen, Aktien auf Kredit zu kaufen, weil er gerade jetzt eine günstige Gelegenheit dazu sieht. Gerade wenn man beispielsweise eine erwartete Zahlung in Aktien anlegen will, kann es von Vorteil sein, das gegenwärtige Kursniveau auszureizen.

In den USA ist der Wertpapierkauf auf Kredit übrigens selbstverständlich. Dort gibt es zum größeren Wertpapierdepot fast automatisch den Margin Kredit dazu, mit dem Aktien meist zu 50 % beliehen werden. Auch in Deutschland gibt es vereinzelt solche Broker-Angebote.

Man könnte auch einen Ratenkredit aufnehmen und das Geld in Aktien anlegen, Wenn man diesen bei der Bank aufnimmt, bei der man auch das Wertpapierdepot hat, könnte diese die Wertpapiere als Sicherheit akzeptieren.

Ein entscheidender Punkt, der die Aktiengeschäfte auf Kredit in Deutschland verhindert, ist die steuerliche Situation durch die Abgeltungssteuer. Damit kann man die Zinsen für den Kredit nicht, wie zu Zeiten vor der Abgeltungssteuer, an den Erträgen absetzen. Damit wird praktisch verhindert, dass privat auf Kredit spekuliert wird.

Wer sich dennoch mit solchen Gedanken beschäftigt, kann dies eventuell auf gewerblicher Basis tun. Dann zählen Gewinne und Verluste nicht mehr als Einkommen aus Kapitalvermögen, sondern als gewerbliche Einkünfte.

Ob das Finanzamt damit einverstanden ist? Das sollte man zuvor mit einem auf diesem Gebiet erfahrenen Steuerberater klären.

Autor: gs | Veröffentlicht am Dienstag, 14. Dezember 2010
Tags: Abgeltungssteuer Wertpapiere Spekulation Wertpapierdepot Lombardkredit Wertpapierkredit Kredit für Wertpapiere gewerbliche Einkünfte