Kredit und Währungsrisiko: Wenn Wechselkurse für Kreditnehmer zur Bedrohung werden
Das Währungsrisiko trägt viele verschiedene Bezeichnungen, denn es ist auch als Fremdwährungs-, Wechselkurs-, Valuta- oder valutarisches Risiko bekannt. Die Wechselkurse der verschiedenen Währungen unterliegen am freien Devisenmarkt Veränderungen, die teilweise erheblich sind.
Durch diese Devisenkursänderungen ergibt sich die Gefahr von Verlusten, was als Währungsrisiko bezeichnet wird. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch die Chance, dass Gewinne durch den Handel mit verschiedenen Währungen erzielt werden können. Bei Krediten war diese Spekulationsform bis 2007 besonders beliebt, in Gestalt des Fremdwährungskredits.
Vom Währungsrisiko betroffen sind unterschiedlichste Vermögenswerte, wie Bankguthaben bei ausländischen Banken, Währungsguthaben bei inländischen Banken, Banknoten in Form von Bargeld, Scheidemünzen, sämtliche Forderungen, Beteiligungen, Wertpapiere aller Art sowie Grundbesitz im Ausland.
Das Währungsrisiko tritt in allen Währungssystemen auf. Eine Ausnahme bilden nur die Währungen, die gegeneinander keinen Kursschwankungen ausgesetzt sind. Damit das Währungsrisiko eintritt müssen offene Positionen in einer Fremdwährung vorhanden sein, deren tatsächliche Entwicklung des Wechselkurses von der erwarteten Entwicklung abweicht.
Kauf man also für wenig Euro einen bestimmte Summe Dollar ein und sinkt der Dollarkurs, dann bekommt man bei einem Tausch weniger Euro zurück, als man zuvor für den Dollar bezahlt hat. Dann ist das Wechselrisiko vorhanden und hat sich negativ ausgewirkt. Steigt der Dollarkurs, denn bekommt man mehr Euro bei einem Tausch, als man zuvor gezahlt hat. Dann gab es ein positives Wechselkursrisiko.
Besonders deutlich tritt das Wechselkursrisiko bei Fremdwährungskrediten zu Tage. Wer einen Yen- oder Schweizer-Franken-Kredit abgeschlossen hat, um die eigenen vier Wände zu finanzieren, konnte lange Zeit Gewinne einstreichen. Im Zuge der Euro-Krise wurden Yen und Franken mehr wert - der Kreditnehmer muss also mehr Euro aufwenden, um die Kredite zu bedienen (schließlich bekommt man sein Gehalt bei uns in Euro, und nicht in Franken bezahlt - und vom Gehalt gehen die Kreditraten weg).
Nun stehen viele Fremdwährungskreditnehmer mit Schuldenbergen da, die den ursprünglichen Kreditbetrag in Euro um 30% und mehr übersteigen. Schuld ist das Währungsrisiko - und nicht selten eine falsche Beratung der Bank.
Autor: kb | Veröffentlicht am Dienstag, 6. September 2011
Tags: Fremdwährungskredit Yen Schweizer Franken Währungsrisiko CHF JPY Wechselkursrisiko Euro-Dollar-Verhältnis Devisenhandel Devisenmarkt Fremdwährungskredite