Leitzins – was ist (und was nützt mir) das?
Der Leitzins ist je nach Land bzw. Währungsgebiet ein zentraler Zinssatz, der unterschiedliche Funktionen hat. Er wird von der Zentralbank festgelegt und hat nur im Bankensektor Bedeutung. Privatpersonen können sich zu diesem Zinssatz weder bei der Zentralbank Geld leihen noch welches anlegen.
In Deutschland und Österreich gibt es keinen Leitzins mehr, weil jetzt die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig ist. Die Zentralbank der Schweiz ist für den Schweizer Franken zuständig. In beiden Fällen gibt es aber anstelle des Leitzinses andere Instrumente, die zudem oft nicht als fester Prozentsatz, sondern als Bandbreite festgelegt wird. Damit haben die Zentralbanken wesentlich mehr Spielraum.
Bei der EZB beispielsweise gibt es derzeit einen Einlagesatz von 0,5 %, zu dem Banken Geld bei der Zentralbank anlegen können. Dann gibt es den Hauptrefinanzierungssatz von 1,25 % und den Spitzenrefinanzierungssatz von 2,0 %. Zu diesen Sätzen können sich die Banken unter bestimmten Banken Geld bei der Zentralbank leihen.
Insofern haben diese Sätze quasi die Funktion eines Leitzinses übernommen. Doch auch hier haben Privatleute keine Chancen. Die Sätze gelten nur für Banken.
Vom Leitzins zu unterscheiden ist der Basiszinssatz. Dieser liegt derzeit bei 0.12 % und hat Bedeutung beim Zahlungsverzug. Privatleute müssen, wenn nichts anderes vereinbart ist, bei Zahlungsverzug 0,12 + 4,0 = 5,12 % Zins bezahlen, Unternehmen sogar 0,12 + 8,0 % =9,12 %.
Zum Leitzins Kredit zu erhalten, das geht nicht. Man muss schon selbst die Kreditzinsen bei den Banken vergleichen.
Autor: gs | Veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2011
Tags: Zinsen Zins Leitzins Diskontsatz Refinanzierungssatz Basiszinssatz Einlagesatz