Leitzinsen steigen: Wird mein Kredit jetzt teurer? Was kann ich dagegen tun?
Wenn die Leitzinsen steigen, müssen die Banken mehr Zinsen an die Zentralbanken zahlen, wenn sie von dort Geld leihen. Indirekt wirkt sich dies auch auf alle anderen Zinsen aus. Doch gilt dies nur für variabel verzinste Kredite und neue Kredite.
Die üblichen Ratenkredite haben alle einen festen Zinssatz, der für die gesamte Laufzeit bei Abschluss des Kreditvertrages vereinbart wird. Da ändert sich nichts, wenn die Leitzinsen erhöht werden, und man braucht auch nichts zu unternehmen.
Auch im Baubereich gilt dies für die Dauer der vereinbarten Zinsfestschreibung. Da können die Zinsen aber angepasst werden, wenn diese Zinsbindung abläuft. Man spricht dann von einer Anschlussfinanzierung. Diese kann durchaus teurer werden, weil jetzt die Marktzinsen zum Zeitpunkt dieser Anschlussfinanzierung zum Tragen kommen.
Allerdings hat man jetzt die Möglichkeit, den Kredit zu tilgen. Es lohnt sich somit, einen Zinsvergleich für Kredite anzustellen. Doch lohnt sich ein Wechsel nur, wenn die Zinsdifferenz so groß ist, dass auch die Kosten des Wechsels gedeckt sind. Diese betreffen in erster Linie die Übertragung der Grundschuld oder Hypothek.
Das wissen die Banken natürlich auch und verlangen deshalb oft etwas mehr. Da muss man verhandeln. Wenn die Bank Neukredite günstiger vergibt, hat man gute Chancen, wenigstens diesen Zinssatz zu erhalten.
Variable Kredite ohne feste Zinsvereinbarung - eine Zinsänderung ist dann in das Belieben der Bank gestellt - kommen eigentlich nur im kommerziellen Bereich vor. Allenfalls im Baubereich können auch private Kredite variabel verzinst sein. Wer aber einen solchen Kredit in den letzten Jahren abgeschlossen hat, war wirklich schlecht beraten.
Autor: gs | Veröffentlicht am Montag, 11. Juli 2011
Tags: Euribor Kreditzinsen Libor Zinsbindung Leitzinsen Zinsfestschreibung Darlehenszinsen Zinserhöhung variable Verzinsung