Lombard- oder Wertpapierkredit: Aktien und Fonds als Kreditsicherheit

Der Lombard- oder Wertpapierkredit ist dadurch gekennzeichnet, dass zu seiner Besicherung Wertpapiere hinterlegt sind. Das können Aktien, Anleihen oder Fondsanteile sein.

Wie hoch die Wertpapiere beliehen werden, muss im Einzelfall nachgefragt werden. Dies können beispielsweise bei Anleihen 90 %, bei Aktien und Fondsanteilen 50 % vom jeweiligen Kurswert sein. Zertifikate und ähnlich hoch spekulative Papiere können durchaus auch nicht beleihungsfähig sein.

In den USA ist es beispielsweise völlig selbstverständlich, dass man bei einem Wertpapierdepot einen so genannten Margin Kredit erhält. Diesen kann man dazu verwenden, weitere Wertpapiere zu kaufen. Falls man freien Margin Kredit hat, kann man auch eine Auszahlung veranlassen; er stellt praktisch einen Kreditrahmen, abhängig vom Kurs der Wertpapiere, dar.

In Deutschland ist ein derartiger Kredit noch nicht selbstverständlich, aber je nach Broker auch schon erhältlich.

Kritisch bei diesem Kredit sind nicht unbedingt fallende Aktienkurse. Da kann man reagieren und muss notfalls eben verkaufen. In der Finanzkrise vor einiger Zeit haben die amerikanischen Broker aber die Beleihungsgrenzen recht willkürlich geändert. Das hat manche Anleger in Schwierigkeiten gebracht. Sie mussten verkaufen, was die Aktienkurse noch weiter nach unten getrieben hat. Auch das ist ein Beispiel dafür, wie durch relativ willkürliche Bewertungen Kurse indirekt manipuliert und die Kursbewegungen dadurch verstärkt werden.

Aktien auf Kredit zu kaufen muss nicht schlecht sein. Doch sollte man die Beleihungsgrenze keinesfalls ausreizen, wenn man kein Kapital zum Nachschiessen in der Hinterhand hat.

Autor: gs | Veröffentlicht am Dienstag, 14. Dezember 2010
Tags: Wertpapiere Sicherheiten Wertpapierdepot Lombardkredit Wertpapierkredit Beleihung Wertpapiere Margin Kredit Kreditsicherheiten