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Mietkautionsversicherung: ohne Bargeld die Kaution finanzieren

Seit einiger Zeit gibt es Anbieter von sogenannten Mietkautionsversicherungen. Hauptzielgruppe sind vor allem Mieter mit geringer Liquidität, die über kein Barvermögen in Höhe von 2-3 Monatsmieten verfügen, um eine Mietkaution auf einem Sparkonto zu hinterlegen.

Wie genau funktioniert eine Mietkautionsversicherung? Grundsätzlich muss der Vermieter zustimmen, dass der Wohnungsmieter anstatt der üblichen Barkaution eine Mietkautionsversicherung abschließt. Wenn diese erste Hürde genommen ist, kann der Mieter bei einem entsprechenden Anbieter, wie beispielsweise der deutschen Kautionskasse, eine Mietkautionsversicherung beantragen. Nach Prüfung seiner Bonität, z.B. mittels Schufaabfrage, erhält der Mieter eine Bürgschaftsurkunde, die er dem Vermieter aushändigt. Im Versicherungsfall kann der Vermieter seine Ansprüche damit bei der Gesellschaft einfordern.

Sinnvolle Finanzierungsalternative oder teurer Service? Im Rahmen eines Umzugs ist das Konto vieler Mieter oft schon mit hohen Kosten für die Maklercourtage, den Umzug, die neue Wohnungseinrichtung oder Renovierungsarbeiten belastet. Eine zusätzliche Aufbringung der Mietkaution ist für viele nicht umsetzbar. Eine bargeldlose Alternative, die Bankbürgschaft, bekommen in der Regel nur gut situierte Kunden, die jedoch aufgrund ihres Vermögens normalerweise keine Probleme haben, die Mietkaution aufzubringen. Mietern, die nicht über ausreichende Liquidität verfügen, bleibt also nur die Wahl entweder einen Kredit aufzunehmen oder ihr Konto zu überziehen. Die Mietkautionsversicherung bietet Mietern eine bargeldlose, zusätzliche Alternative, die geforderte Mietkaution zu finanzieren.

Wohnungsmieter sollten sich jedoch genau über die anfallenden Gebühren von Mietkautionsversicherungen informieren. Die deutsche Kautionskasse erhebt beispielsweise eine Servicepauschale von 50 € im ersten Jahr bzw. 10 € ab dem zweiten Jahr plus einer jährlichen Prämie in Höhe von 5 % der Mietkautionssumme. Je nach den individuellen Kreditkonditionen, die ein Mieter von seiner Bank erhält, kann die Mietkautionsversicherung eine günstige Finanzierungsalternative darstellen oder aber im Vergleich zum Bankkredit schlechter abschneiden. Mieter sollten daher vor Vertragsabschluss verschiedene Finanzierungsalternativen kritisch vergleichen und sich bewusst sein, dass sie die für eine Mietkautionsversicherung gezahlten Prämien bei Beendigung des Mietverhältnisses nicht zurückerhalten.

Autor: cv | Veröffentlicht am Mittwoch, 13. Oktober 2010
Tags: Konto Miete Schufa Dispokredit Bankbürgschaft Kaution Bürgschaftsurkunde