Offene Immobilienfonds statt eigener Immobilien als Vorsorge?
Die Anlage in Immobilien zählt zu den Anlagen, denen man Inflationsschutz nachsagt. Wenn es zu einer ganzen Immobilie nicht reicht, kann man auch in Anteilen anlegen - in Anteilen an offenen Immobilienfonds.
Offene Immobilienfonds sind dadurch gekennzeichnet, dass sie einzelne Anteilscheine ausgeben, die sie auch wieder zurücknehmen. Immobilien sind aber eine langfristige Kapitalanlage. Offene Immobilienfonds verlangen daher einen relativ hohen Ausgabeaufschlag von meist 5 %, damit die Kunden die Anteile möglichst lange halten. Erst dann lohnt es sich für den Kunden, und auch die Immobiliengesellschaft kann nur so existieren. Denn ein jederzeitiger Kauf und Verkauf von Immobilien, wie dies ein Aktienfonds mit Aktien an der Börse machen könnte, ist nicht möglich.
Da steckt ein offener Immobilienfonds in einem Dilemma. Um jederzeit Anteile zurücknehmen zu können, müsste er eine relativ hohe Barreserve halten. Diese wiederum drückt die Rendite und macht den Fonds unattraktiv.
Andererseits: wenn die Kunden massiv Anteile zurückgeben, wie dies in der letzten Finanzkrise der Fall war, kann ein Fonds durchaus in Schwierigkeiten kommen und die Rücknahme verweigern - der Fonds wird geschlossen. Ein Teufelskreis - denn die so verunsicherten Anleger wollen noch mehr Anteile zurückgeben, und dem Fonds bleibt unter Umständen nur die Liquidation, ein Verkauf der Immobilien "um jeden Preis". Das liegt auch nicht im Interesse der Anleger; doch wer will es ihnen verdenken, dass sie das Versprechen der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit ernst nehmen?
Die Anlage in offenen Immobilienfonds ist eine langfristige Anlage und kann sowohl steuerlich als auch finanziell attraktiv und inflationssicher sein. Auf die Qualität des Fonds muss man achten.
Autor: gs | Veröffentlicht am Donnerstag, 23. Dezember 2010
Tags: Geldanlage Vorsorge Immobilien Fonds Investment Spekulation Immobilienfonds Fondsanteile Inflationsschutz offene Immobilienfonds Rücknahme von Anteilen