Schnelles Geld durch Expresszertifikate?

Was der Großanleger durch Leerverkäufe und mit Derivaten versucht, übt der Kleinanleger mit Expresszertifikaten. So stellte sich jedenfalls der Finanzmarkt zwischen 2004 und 2008 dar. Die Ausgabe von Zertifikaten stieg allein zwischen 2004 und 2007 um 300 Prozent. Mit Zertifikaten kann auf Aktienkurse spekuliert werden oder auf das Steigen oder Fallen von Währungen, um an dieser Stelle nur zwei Beispiele zu nennen. Scheinbar besonders lukrativ ist die Anlage in sogenannte Expresszertifikate.

Diese Zertifikate bieten dem Anleger eine klar definierte Rendite in kurzer Zeit. Voraussetzung zur Auszahlung ist allerdings die Tatsache, dass ein definierter Basiswert am Kapitalmarkt an vorher festgelegten Terminen das Ausgangsniveau mindestens erreicht. Wird dieser Wert erreicht oder überschritten, wird das eingezahlte Kapital mit der Verzinsung zurückgezahlt.

Wird das Ausgangsniveau nicht erreicht, läuft im nächsten Jahr das gleiche Procedere ab mit steigenden Zinsen. Wird das Ausgangsniveau an keinem Beobachtungstag der im Zertifikat definierten Laufzeit erreicht, wird die Anlagesumme zu 100 Prozent zurückgezahlt, wenn ein bestimmter Risikopuffer nicht unterschritten wurde.

„Funktionierten“ zwischen 2004 und 2007 viele der ausgegebenen Expresszertifikate für die Anleger recht gut, sieht es gegenwärtig relativ schlecht aus. Viele werden wohl einen Teil des angelegten Kapitals als Verlust abschreiben müssen, wenn man die Entwicklung der Börse 2008 und 2009 betrachtet. Da halfen auch Risikopuffer von 50 Prozent nicht mehr. Zertifikate sind vor allem ein sehr gutes Geschäft für die Emittenten wegen des Ausgabeaufschlags und der für viele Anleger kaum zu durchschauenden Gebühren.

Autor: ab | Veröffentlicht am Donnerstag, 2. September 2010
Tags: Rendite Konditionen Geld anlegen Expresszertifikat Ausgabeaufschlag