Schuldenfalle Überziehungskredit: Dispo-Kredit mit 16% Zinsen erlaubt?
Die meisten Banken bieten Ihrem Kunden einen Dispokredit an. Dabei handelt es sich um einen vereinbarten Rahmen, in dem der Kunde sein Konto im Minus führen kann. Gerade zum Monatsende, kurz vor der nächsten Gehaltszahlungen, nehmen viele Kunden dieses Angebot gerne an.
Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Dispokredit ein sehr teurer Kreditrahmen ist. Zinssätze von 16% sind hier keine Seltenheit. Wer diesen Kredit so verwendet wie er gedacht ist – nämlich nur zur vorübergehenden kurzfristigen Nutzung – hat damit sicherlich auch kein Problem.
Probleme entstehen allerdings dann, wenn der Disporahmen überschritten wird und die geduldete Überziehung in Anspruch genommen wird. Darunter versteht man, wenn der Kunde sein Konto noch weiter als mit der Bank vereinbart, belastet. Falls der Kunde in dem Rahmen kreditwürdig ist, wird die Bank dieses Vorgehen erst einmal stillschweigend dulden.
Allerdings werden dafür noch höhere Zinsen, als für den Dispokredit berechnet, so dass der Kunde – der ohnehin nicht mit seinem verfügbaren Geld zurecht kommt - noch mehr Ausgaben hat. Hinzu kommt, dass dieses Geld ja wieder zurückbezahlt werden muss. Da bei solchen Überziehungen keine Rückführung vereinbart wird, erfolgt die Reduzierung der Verbindlichkeiten, indem von den monatlichen Einnahmen weniger ausgegeben wird, und damit das Konto langsam wieder in den vereinbarten Rahmen geführt wird. Das ist allerdings sehr schwer.
Der Dispo- bzw. der Überziehungskredit ist durchaus eine Schuldenfalle. Wer in diese Falle tappt, sollte möglichst bald mit der Bank sprechen und versuchen, den Überziehungskredit durch ein Ratendarlehn abzulösen. Dadurch werden die Zinsen erheblich niedriger und die Rückführung des Kredites durch regelmäßige kalkulierbare Raten gewährleistet.
Autor: ck | Veröffentlicht am Freitag, 4. Februar 2011
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