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Schuldenkrise: Sind wir Zahlmeister in Europa?

Wer zahlt die ganzen Schulden? Wir sind im Moment nur auf der Gewinnerseite, weil die Wirtschaft sich nach der Krise schnell wieder erholt hat und bisher für Europa und den Euro nur Bürgschaften gegeben wurden. Derzeit ist Deutschland mit 132 Milliarden in der Verpflichtung. Es handelt sich um eine Garantie für den Rettungsschirm, der allerdings nach Griechenland und Irland noch Portugal auffangen kann, aber Spanien dürfte bereits die Leistungsfähigkeit des Rettungsschirms übersteigen.

Können die Griechen die Schulden zurückzahlen? Namhafte Fachleute gehen heute davon aus, dass die Griechen ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können und daher aus der Bürgschaft des Rettungsschirms bei Fälligkeit der Schulden in Griechenland eine Verpflichtung wird. Wenn ein Land jetzt wegen der hohen Ausgaben „kaputtgespart“ wird, kann es keine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit entwickeln und es entstehen keine Einnahmen, mit denen man den hohen Schuldenstand zurückführen könnte.

Was muss geschehen? Um die Situation zu retten, müsste das Land wieder eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit in Europa bekommen. Früher wurde in einem vergleichbaren Fall die Währung abgewertet. Bei den Griechen war das früher die Drachme. Der Euro kann durch die Griechen nicht abgewertet werden, also müsste die „Abwertung“ faktisch im Inland stattfinden. Das könnte nur mit einem großen Einkommensabschlag bei den Arbeitnehmern passieren. Die Griechen müssten die im Land hergestellten Produkte billiger machen, damit die Bevölkerung die Produkte kaufen kann. Gleichzeitig müssten natürlich die Steuern für die Reichen drastisch steigen.

Autor: cpb | Veröffentlicht am Dienstag, 14. Dezember 2010
Tags: Schulden Bürgschaft Finanzkrise Euro Währungen Griechenland Rettungsschirm Wettbewerbsfähigkeit Abwertung Drachme Staatsschulden