Selbständig machen: Zehn gute Gründe, es jetzt zu tun!
Die Zahl der Gewerbeneuanmeldungen und der Erfassungen von Freiberuflern bei den Finanzämtern ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. Immer mehr Menschen versuchen, auf selbstständiger Ebene erfolgreich zu werden. Und es gibt tatsächlich mindestens zehn einleuchtende Gründe dafür.
Noch in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren Existenzgründungen eher ungewöhnlich. Stattdessen hatte man seinen Beruf im Angestelltenverhältnis und konnte nicht nur ziemlich sicher sein, diese Stelle auf Dauer zu behalten, sondern auch im Alter eine angemessene Rente zu bekommen. Das hat sich radikal geändert. Große Betriebe schließen oder verlegen ihre Produktionsstätten ins Ausland, was jeweils ein Heer von Arbeitslosen nach sich zieht. Weil dadurch für den Betroffenen auch die Beiträge zur Rentenversicherung sinken, wird seine finanzielle Lage im Alter nicht gerade rosig sein. Aber auch für die Beschäftigten wird es zu Einschränkungen bei der Rente kommen, da wegen der Alterspyramide einfach nicht genügend Mittel für alle bereitstehen. Und wer eine Festanstellung hat, spürt den wachsenden Leistungsdruck, der alle Ebenen eines Betriebs durchzieht. Druck von oben, Seitenhiebe von den Kollegen – das können wahrlich nicht alle verkraften.
So kommt es, dass immer mehr Menschen einen Kleinbetrieb gründen, in dem sie – zumindest anfangs – als Einzelunternehmer tätig sind. Die Arbeitsämter fördern diesen Schritt, weil dadurch die Statistiken zum Positiven gewandelt werden. Aber auch ganz ohne staatliche Hilfen gehen immer mehr Menschen diesen Weg. Sie wollen nicht von den Weisungen eines Chefs abhängig sein, wollen Verantwortung übernehmen und sich auf eine eigene Altersvorsorge verlassen. Und ganz entscheidend: Sie wollen jeden Tag fröhlich ihre Arbeit aufnehmen.
Wenn auch der Weg als Selbstständiger nicht einfach ist, sprechen doch die folgenden zehn Gründe dafür, ihn zu beschreiten:
1. Ganz wichtig ist der Aspekt der Freiheit. Ein Unternehmer muss bei seinen Entscheidungen lediglich gesetzliche Bestimmungen sowie seine persönliche und finanzielle Situation beachten. Er hat nicht zu befürchten, Anweisungen befolgen zu müssen.
2. Dass es für die meisten von uns im Alter nicht besonders rosig aussehen wird, ist bekannt. Als Unternehmer haben Sie die Möglichkeit, selbst Vorsorge zu treffen. Sie können umsichtig solche Geldanlagen wählen, die Ihnen auch später ein sorgenfreies Leben ermöglichen. 3. Nicht zu unterschätzen ist der Spaßfaktor. Alle Menschen, ob selbstständig oder nicht, müssen hart arbeiten. Aber viele Angestellte zählen schon am Mittwoch die Stunden bis zum ersehnten Wochenende und erscheinen entsprechend mürrisch am Montag wieder am Arbeitsplatz. Schrecklich! Die Arbeit sollte Freude machen, Spaß bringen, und jeder Tag sollte gleichermaßen angenehm sein. Das ist bei Selbstständigen weitaus eher gegeben. 4. Sind Sie tatsächlich stolz darauf, in einem bestimmten Betrieb zu arbeiten und die einzelnen Tätigkeiten auszuführen? Können Sie tatsächlich jeden Arbeitsschritt mit Ihrem Gewissen und Ihrer Selbstachtung vereinbaren? Wahrscheinlich nicht. Aber ein Unternehmer muss nur das tun, was ihm einen ruhigen Blick in den Spiegel gestattet.
5. Wir alle tragen ein großes Maß an Verantwortung, für uns selbst und unsere Kinder, aber auch für fremde Menschen. Da ist es schön, wenn wir durch unsere Selbstständigkeit anderen dazu verhelfen können, sorgenfrei in die Zukunft zu blicken. 6. Für Menschen in abhängigen Berufen sind Erfolgserlebnisse sehr rar gesät. Und wenn sie tatsächlich wesentlich zur Gewinnerhöhung des Betriebs beitragen, werden sie dafür recht spärlich entlohnt. Dagegen müssen Sie kein Finanz- oder Verkaufsgenie sein, um als Selbstständiger schöne Erfolge zu erzielen. 7. Die Flexibilität eines kleinen Unternehmens, noch mehr die eines Ein-Mann-Betriebes, ist wesentlich größer als die eines etablierten Konzerns. Es kann weitaus schneller reagieren, wenn sich am Markt die Konditionen rasch ändern. Damit ist es anpassungsfähiger und wird immer auf dem neuesten Stand sein. Daher sind zumindest heutzutage gerade in einem großen Betrieb die Arbeitsplätze oft gefährdet.
8. Auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist für einen Unternehmer garantiert, vorausgesetzt, er wirtschaftet umsichtig. Er ist nicht dem Wohlwollen und Gutdünken eines Vorgesetzten ausgeliefert, der ihm mit oft fadenscheinigen Begründungen kündigen kann. 9. Zwar kommen die wenigsten Einzelunternehmer mit einer 40-Stunden-Woche aus, aber dennoch genießen sie eine zeitliche Unabhängigkeit. Von vereinbarten Lieferterminen abgesehen können sie ihre Zeit nach ihrem Geschmack und ihren Vorlieben einteilen. Es spielt keine Rolle, ob eine bestimmte Arbeit zu den ‚üblichen’ Geschäftszeiten erledigt wird, des Nachts oder auch an Wochenenden. Als Unternehmer können Sie sich den Luxus leisten, spontan in Urlaub zu fahren (den Sie als Angestellter lange vorher anmelden müssen) oder einfach mal einen halben Tag nicht zu arbeiten. 10. Für Existenzgründer gibt es eine Vielzahl staatlicher Förderungen. Zuschüsse für Investitionen und Personal, günstige Kredite und Bankgarantien erleichtern Ihnen den Start in die Selbstständigkeit. Voraussetzung ist nur ihr unbedingter Wunsch, diesen Schritt zu gehen.
Wenn möglichst viele der hier genannten Gründe (und vielleicht noch einige mehr) auch Ihre Motivation ausmachen, und Sie überdies bereit sind, intensiv an Ihrem Vorhaben zu arbeiten, sollten Sie Ihren Traum von der eigenen Existenz auch verwirklichen. Mit Klagen über die momentane Situation kommen Sie garantiert nicht weiter.
Autor: jf | Veröffentlicht am Dienstag, 25. August 2009
Tags: Arbeit Firma Unternehmer selbständig Existenzgründung Selbständigkeit