Vorteile und Nachteile eines Kontokorrentkredites am Girokonto
Ein Girokonto wurde ursprünglich erfunden, um den bargeldlosen Zahlungsverkehr einführen zu können. In der Regel wurden anfangs die Löhne und Gehälter von den Unternehmen auf die Girokonten der Angestellten überwiesen. Von diesen Girokonten konnten dann auf praktische Art und Weise regelmäßig wiederkehrende Zahlungen wie Miete oder Versicherungsprämien automatisch abgebucht werden. Aber auch Einzelüberweisungen waren sehr beliebt.
Um die vorgenannten Zahlungen vornehmen zu können, musste natürlich das Girokonto über ein ausreichend hohes Guthaben verfügen, ansonsten konnte die Überweisung nicht durchgeführt werden. Da dies nicht immer der Fall war, ließen sich die Kreditinstitute etwas einfallen: Kontokorrentkredite. Aufgrund dieser Einführung war es sodann möglich, dass Überweisungen auch ausgeführt wurden, solange sich der Kontostand in dem verhandelten Rahmen hielt.
Wie funktioniert der Kontokorrentkredit im Detail? Der Kunde und die Bank verhandeln gemeinsam einen Kreditrahmen, der auf dem Girokonto eingeräumt wird. Dieser Rahmen ist abhängig von den regelmäßig eingehenden Zahlungen, beispielsweise Gehalt oder sonstige Einkünfte. Möchte nun der Kunde einen höheren Geldbetrag vom Girokonto abheben, als auf dem Girokonto vorhanden ist, so darf dieser gewünschte Betrag ausgezahlt werden, solange er sich im verhandelten Rahmen befindet. Der Fachausdruck lautet auch: Das Girokonto wird überzogen. Selbstverständlich muss der Kunde für diesen Überziehungskredit Sollzinsen zahlen. Diese sind in der Regel höher als bei einem "normalen" Kredit.
Der Kontokorrentkredit besitzt trotzdem Vorteile, auch wenn er teurer ist: Der Kunde ist finanzieller flexibler, da er nicht wegen jeder Überziehung bzw. Kleinkredit mit seiner Bank verhandeln muss.
Autor: mt | Veröffentlicht am Mittwoch, 5. Januar 2011
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