Warum ist die Kontoüberziehung so teuer?

Die Banken wissen, wo es Geld zu verdienen gibt. Deshalb sind die Kreditzinsen für Dispositionskredite und Überziehungen so hoch. Begründet wird dies von Bankenseite damit, dass diese Kredite ja nicht geplant werden könnten und deshalb auch keine günstige Refinanzierung möglich sei.

Diese Begründung ist aber nur teilweise richtig. Man kann sehr wohl auch derartige Kredite entsprechend refinanzieren. Das ergibt sich schon daraus, dass die Zinsen in erheblichem Umfang von Bank zu Bank schwanken. Generell gilt zwar, dass man eine Kontoüberziehung nur im Notfall in Anspruch nehmen sollte. Dann drücken die Zinsen auch nicht so sehr. Trotzdem sollte, wenn man sich über die hohen Zinsen ärgert, nach einer günstigeren Bank Ausschau gehalten werden.

Eine weitere Möglichkeit ist es, eine kruzfristig nicht tilgbare Kontoüberziehung durch einen günstigeren Ratenkredit abzulösen.

Zu unterscheiden ist die Kontoüberziehung vom Dispositionskredit. Beide sind teuer, die Kontoüberziehung aber noch teurer. Der Dispositionskredit bietet die Möglichkeit, auf dem Girokonto ins Soll zu gehen, bis der vereinbarte Kreditrahmen erreicht ist. Er ist völlig flexibel und kann jederzeit getilgt und wieder in Anspruch genommen werden.

Die Kontoüberziehung geht über diesen eingeräumten Kreditrahmen hinaus. Auch wenn kein Kreditlimit eingeräumt wurde und das Konto ins Soll geht, spricht man von einer Kontoüberziehung. Diese lassen sich die Banken sehr teuer bezahlen, was auch erklärt, weshalb sie solche Überziehungen gerne zulassen. Sie könnten ja auch die Verfügungen, die zur Kontoüberziehung führen, verweigern.

Echte Kontoüberziehungen sollte man unbedingt vermeiden. Sie sind nicht nur sehr teuer, sondern können auch das Verhältnis zur Bank belassten und im Falle einer Kreditanfrage zur Ablehnung führen.

Autor: gs | Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011
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