Welche Mindestlöhne gibt es in Europa?
Brauchen wir Mindestlöhne? Die Frage nach dem Sinn und Unsinn von Mindestlöhnen beschäftigt schon seit langer Zeit die Politik, die Gewerkschaften und natürlich alle interessierten Arbeitnehmer. Mindestlöhne sind in einer Gesellschaft mit offenen Grenzen in Europa erforderlich, um die Arbeitnehmer vor Lohndumping zu schützen.
Das Lohndumping entsteht einerseits durch einen von Arbeitslosigkeit gekennzeichneten Arbeitsmarkt im Inland und wird in noch viel stärkerem Maße aus dem Ausland importiert. Der Import von Arbeitnehmern aus Billiglohnländer wird durch die Öffnung des Arbeitsmarktes nach Osteuropa täglich spürbarer.
Reichen Branchentarife oder braucht man einen flächendeckenden Mindestlohn? Die Diskussion um einen gesetzlichen Mindestlohn dauert schon lange. Natürlich wäre es sinnvoll, auf die einzelnen Branchen mit einem ausgehandelten Mindestlohn einzugehen, aber das scheint durch die unterschiedlichen Auffassungen der beteiligten Parteien nicht zu gelingen.
Um alle Arbeitnehmer vor Dumpinglöhnen zu schützen, ist ein gesetzlicher Mindestlohn sicher die schnellere, einfachere und vielleicht auch bessere Lösung.
Welche Mindestlöhne in Europa machen uns Sorgen?Wenn man sich die Skala der Mindestlöhne in Europa anschaut, kann einem schon „etwas schwindelig“ werden. Bei der Betrachtung der Länder mit voller Reisefreiheit und Zugang in alle Arbeitsmärkte in Europa, findet man bei einer 40-Stunden-Woche Monatseinkommen, die einen gesetzlichen Mindestlohn unbedingt erfordern.
In Litauen sind das im Monat ca. 231 EURO, in Lettland 253 EURO und in Estland 278 EURO. Aber auch Ungarn und die Slowakei liegen noch unter 300 EURO und in der Tschechischen Republik und Polen wird die 300-EURO-Marke auch nur geringfügig überschritten.
Wenn man verhindern will, dass die Arbeitnehmer dieser Länder demnächst in billigen Massenunterkünften untergebracht werden, sollte man auch in Deutschland schnellstens einen Mindestlohn (Beispiel Österreich 1.000 EURO) einführen!
Autor: cpb | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011
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