Wertpapiere: Anleihen dienen der Beschaffung von Fremdkapital

Große Unternehmen bedienen sich der Anleihe, um Fremdkapital zu generieren. Durch das Überlassen des Kapitals werden dem Käufer der Anleihe ein Anspruch auf Rückzahlung und Zinsen in definierter Höhe zugesichert. Der Käufer einer Anleihe wird damit zum Gläubiger des Unternehmens. Im Gegensatz dazu würde er durch den Kauf von Aktien zum Miteigentümer werden. Der Unterschied zu einem Kredit besteht bei der Anleihe darin, dass diese öffentlich für jedermann freigegeben wird.

Anleihen besitzen keine definierte Laufzeit und Verzinsung. Die Laufzeit wird durch den Anbieter bestimmt, die Zinsen orientieren sich in der Regel an der aktuellen Finanzmarktsituation. Es kann damit zu erheblich unterschiedlichen Konditionen einzelner Anleihen kommen. Grundsätzlich kann man Anleihen in drei Klassen einteilen: in festverzinsliche Wertpapiere, Floater oder strukturierte Wertpapiere. Während festverzinsliche Wertpapiere für den Anleger eine gewisse Sicherheit garantieren, sollten strukturierte Anleihen nur dem Börsenprofi überlassen bleiben.

Festverzinsliche Wertpapiere werden entsprechend ihres Namens mit einem festen Zinssatz über die Laufzeit ausgegeben. Floater sind Anleihen mit einer variablen Verzinsung. Die Zinsen werden also während der Laufzeit angepasst. Der Zinssatz orientiert sich dabei am Geldmarkt, zum Beispiel am europäischen Referenzzinssatz EURIBOR.

Bei strukturierten Anleihen ist der Zinssatz an bestimmte Ereignisse gebunden, wie zum Beispiel an bestimmte Kursstände von Aktienindizes. Diese Ereignisse können neben der Zinszahlung auch die Rückzahlung (Laufzeit) der Anleihen beeinflussen. Ungünstige Ereignisse können hier auch zu Verlusten des Anlegers führen.

Autor: ab | Veröffentlicht am Donnerstag, 2. September 2010
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