Wie funktioniert das Scoring im Rahmen der Kreditentscheidung?

Als Scoring bezeichnet man die Ermittlung einer Kennzahl für die Kreditwürdigkeit. Da fließen verschiedene Faktoren ein. Insbesondere bei der automatisierten Kreditvergabe, den so genannten Online-Krediten, spielt der Kreditscore eine entscheidende Rolle.

Liegt der Kreditscore in dem intern von der Bank vorgegebenen Bereich, wird der Kredit gewährt. Liegt er außerhalb, wird der Kredit abgelehnt. Gründe für die Ablehnung erfährt man äußerst selten, nicht zuletzt deshalb, weil die Banken selbst oft nicht wissen, wie der Kreditscore zustande kommt.

Zur Ermittlung dieser Kennzahl kann die Bank das Alter der Kundenbeziehung, eventuelle Unregelmäßigkeiten, Kreditsicherheiten und persönliche Daten, aber auch Daten aus dem Umfeld heranziehen. Die einfachste Ermittlung ist die Befragung durch den Kreditsachbearbeiter, der seine Beurteilung in einem Kennwert dokumentiert.

Der Kreditscore kann aber nicht nur zu einer Ja-/Nein-Entscheidung über die Kreditvergabe herangezogen werden, sondern auch zur Festlegung eines Zinssatzes oder einer Kreditlinie. Daraus resultieren beispielsweise die im Ratenkreditgeschäft bekannten "bonitätsabhängigen" Zinssätze.

Die Bank muss nicht auf einen selbst ermittelten Kreditscore zurückgreifen. Sie kann auch bei der Schufa oder einer anderen Auskunftei nach diesem Wert fragen. Das geht sogar online.

Die Schufa ist verpflichtet, den Kreditscore auf Anfrage bekannt zu geben. Sie verrät aber nicht, wie sie ihn ermittelt hat. Deshalb kann man nur die Berichtigung offensichtlicher Fehler verlangen.

Autor: gs | Veröffentlicht am Montag, 11. Juli 2011
Tags: Bonität Scoring Online-Kredit Kreditprüfung Kreditentscheidung Kreditscore Kreditbeurteilung