Wie lässt sich eine bevorstehende Währungsreform erkennen?
Währungsreformen finden erst dann statt, wenn die Währung nicht mehr intakt ist. Eine hohe Staatsverschuldung allein reicht dazu nicht aus.
Bei der Währungsreform wird die vorhandene Währung durch eine andere ersetzt. Die letzte Währungsreform in Deutschland fand 1949 statt, als die Deutsche Mark (DM) eingeführt wurde.
Eine Währungsreform macht dann Sinn, wenn es nur so gelingt, eine galoppierende Inflation zu stoppen. Diese kommt ja dadurch zustande, dass zu viel Geld am Markt ist, auch weil der Staat zur Deckung seiner Ausgaben einfach Geld druckt. Die neue Währung ist dann erst einmal knapp, weil es nicht so viel davon gibt. Damit ist sie automatisch auch stabiler.
Die Einführung des Euro war eigentlich keine Währungsreform. Denn hier standen andere Überlegungen im Vordergrund. Hier ging es darum, eine gemeinsame Währung für mehrere Länder zu schaffen. Theoretisch hätte man auch die DM beibehalten können, und die anderen Länder hätten einfach die DM als eigene Währung übernommen.
Das ging natürlich nicht. Deshalb hat man mit dem Euro eine künstiche Währung ohne Bezug auf die Währungen der Mitgliedsländer geschaffen.
Auch wenn derzeit der Euro krieselt, wird es wohl kaum zu einer Währungsreform kommen. Allenfalls ist denkbar, dass einzelne Länder aus der Eurozone ausscheren und wieder eine eigene Währung einführen. Aber auch das ist angesichts der Vorteile der gemeinsamen Währung wohl nicht zu erwarten.
Autor: gs | Veröffentlicht am Freitag, 15. Juli 2011
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