Zertifikate – riskant oder nicht? Geeignet für Kleinanleger?

Zertifikate gibt es nicht nur für Aktien, wo ein konkretes Papier zugrunde liegt. Zertifikate gibt es auch auf Rohstoffe wie beispielsweise Silber, Gold oder Öl, und ebenso auf Börsenindizes wie den DAX oder den Dow Jones. Bei einem konkreten Papier kann man, wenn dies vorgesehen ist, über das Zertifikat zu der Aktie kommen. Bei Rohstoffen oder Indizes geht das jedoch nicht. Hier wird am Ende in Geld abgerechnet und jeweils die Differenz fällig.

Zertifikate werden von Emittenten ausgegeben, die entweder die Basiswerte ohnehin im Portefeuille haben und denen deshalb die Kursschwankungen nicht weh tun. Oder aber sie sind ebenfalls Spekulanten und spekulieren darauf, dass die Spekulation aufgeht. Zumindest den Ausgebepreis für das Zertifikat haben sie sicher, und das auch gleich zu Beginn der Laufzeit. Damit lässt sich erst einmal ganz gut leben.

Es kommt deshalb auch darauf an, wer ein Zertifikat ausgibt. Wenn dies ein renommiertes Bankinstitut ist, darf man davon ausgehen, dass der Ausgleich am Ende, falls die Bank tatsächlich zahlen müsste, auch erfolgen kann. Bei einem Spekulanten kann es aber ein Insolvenzrisiko geben.

Besonders wenn sich die Emissionen auf hoch riskante Spekulationen beziehen und diese auch noch alle in die aus Sicht des Emittenten verkehrte Richtung laufen, kann es gefährlich werden. Dann ist es gut möglich, dass man ein einem Gewinn nur auf dem Papier etwas sieht, aber nicht auf dem Bankkonto.

Daher ist bei Zertifikaten nicht nur auf die eigentliche Spekulation, sondern auch auf den Emittenten zu achten. Aufgrund ihrer Komplexität ist es zudem höchst fraglich, ob Zertifikate von Kleinanlegern verstanden werden und für diese geeignet sind.

Autor: gs | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. April 2011
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