Wie entsteht Inflation?

Inflation in Österreich – Wie ändert sich der Wert des Geldes?

Als Inflation wird die allgemeine Erhöhung des Güterpreisniveaus verstanden. Inflation ist gleichbedeutend damit, dass sich die Kaufkraft des Geldes vermindert und man somit weniger Güter für eine bestimmte Geldmenge erwerben kann. Das Gegenteil der Inflation ist die sogenannte Deflation, welche durch eine Verminderung des allgemeinen Güterpreisniveaus gekennzeichnet ist.

Ermittlung

Die Inflation wird anhand der Preisveränderungen eines typischen Warenkorbs gemessen. Dieser Warenkorb wird je Staat unterschiedlich definiert, je nach individuellen Gegebenheiten innerhalb der Volkswirtschaft. Jedenfalls wesentliche Bestandteile des Warenkorbs sind Nahrungsmittel, Kleidung, Verkehr, Kosten für Wohnen, Bildung, Pflege, Gesundheit usw. Die offizielle Inflation wird durch das nationale statistische Amt berechnet und veröffentlicht (in Deutschland: Statistisches Bundesamt). Konkret werden dabei die Preise des definierten Warenkorbs mit den Preisen zum Zeitpunkt des Vorjahres verglichen. Die prozentuelle Differenz stellt die verlautbarte Inflation dar.

Entstehung

Wie entsteht Inflation?

Inflation (c)Bigstockphoto.com/137240279/twinsterphoto

In der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze zur Entstehung von Inflation (= Erhöhung von Güterpreisen), wesentliche Einflussfaktoren sind jedenfalls die vorhandene Geldmenge innerhalb einer Volkswirtschaft und die reale Produktion von Gütern. Darüber hinaus beeinflusst auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes das allgemeine Preisniveau. Dabei geht die sogenannte „Quantitätsgleichung“ davon, dass Inflation entsteht, sobald die vorhandene Geldmenge steigt (bei konstanten, sonstigen Faktoren). Hintergrund der Argumentation: Eine erhöhte Geldmenge die zum Beispiel durch eine expansive Geldpolitik der Zentralbank entstehen kann führt dazu, dass der Preis des Geldes (=Zinsen) sinkt (aufgrund des höheren Geldangebots) und somit Konsumenten Geld günstig finanzieren können. Daher erhöhen sich die finanziellen Mittel der Haushalte und die Nachfrage nach Gütern steigt. Eine erhöhte Nachfrage führt wiederum zu einer Erhöhung der Preise für Güter (Angebot und Nachfrage).

Steuerung

Ein Ziel der europäischen Politik ist die gezielte Steuerung der Inflation im Bereich zwischen 0% und 2%. Umgesetzt wird dieses Ziel durch die Europäische Zentralbank (EZB), welche durch unterschiedliche Maßnahmen die Preisniveaustabilität sicherstellen soll. Eine moderate Geldentwertung wird aus makroökonomischer Sicht angestrebt, um den Konsum und Investitionen von privaten Haushalten und Unternehmen zu fördern. Steigt die Inflation zu stark, kann dies die Kaufkraft der Bevölkerung zu drastisch beeinflussen bzw. vermindern, was sich wiederum negativ auf den Konsum auswirken kann.

Sonderformen

Neben der statistisch ermittelten Inflation wird auch oft die „gefühlte Inflation“ zitiert, da Personen aufgrund eines unterschiedlichen Konsumverhaltens die Preisveränderung von Gütern individuell wahrnehmen, während die offizielle Inflation einen standardisierten Warenkorb zu Bemessung heranzieht.

In extrem volkswirtschaftlichen Phasen konnte man in der Vergangenheit öfter das Phänomen der Hyperinflation feststellen. Diese kennzeichnet sich durch eine extreme Preissteigerung von mind. 50% pro Monat aus und ist durch politische Maßnahmen kaum beeinflussbar.

Effekte für die Bevölkerung

Auswirkungen von Inflation auf den Mietvertrag

Mietverträge sind oft mit der Inflation gekoppelt (c)Bigstockphoto.com/110524145/PRImageFactory

Viele Verträge sind an die Inflation gebunden bzw. gekoppelt, sodass eine offizielle und verlautbarte Inflation (z.B. über den Verbraucherpreisindex – VPI) direkte Auswirkungen auf die Einkommens- und Ausgabensituation der Bürger hat. Einnahmenseitig orientieren sich die jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen an der Inflation, während auf der Ausgabenseite die überwiegende Zahl an Mietverträgen an die Inflation gekoppelt wird. Dabei erhöhen sich die Mietpreise automatisch bei bestimmten Inflationssprüngen (z.B. 5%) sodass Inflation automatisch zu höheren Kosten für Wohnen führt. Weitere Kosten die direkt durch Inflation beeinflusst werden sind zum Beispiel öffentliche Gebühren. Der Bargeldbestand der Bevölkerung wird durch Inflation real entwertet, sodass aus Sicht der Konsumenten und Haushalte eine Hortung von Bargeld in Zeiten von positiver Inflation aufgrund der fehlenden Verzinsung nicht attraktiv ist. Daher werden die meisten Bürger die finanziellen Mittel direkt in Unternehmen investieren (Aktien oder Anleihen) oder bei Banken anlegen. Somit stehen die liquiden Mittel wieder für neue Investitionen zur Verfügung was die wirtschaftliche Entwicklung fördert.


Weitere Infos:

http://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/vwl/Inflation.php

https://kurier.at/wirtschaft/immobiz/inflation-verbraucherpreisindex-und-wertsicherung/102.608.515

http://www.geldmarie.at/wirtschaft/inflation.html


(c) Bilder:

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