Zwei Mädchen bilden sich digital fort

Die Informations- und Kommunikationstechnologie des Landes sucht nach Fachkräften. Dies ist nicht weiter verwunderlich, nachdem diese Fertigkeit immer wichtiger wird. So erachtet die EU die digitale Kompetenz als eine der acht Schlüsselkompetenzen und im EU-Vergleich qualifizieren sich die Österreicher mit ihren digitalen Fähigkeiten für Rang 8. Um diesen zu verbessern ist die Digitalisierungsoffensive der österreichischen Regierung deshalb angezeigter denn je.

Unverzichtbarkeit der digitalen Bildung

Die sichere Handhabung von Internet & Co zeugt einesteils von einem angemessenen technischen Know-how, ist andernteils aber auch Ausdruck eines bedachten Umgangs mit den neuen Medien. So wird sich der leidenschaftliche Spieler ohne digitale Kompetenz blindlings ins Abenteuer stürzen, statt sich mit EGBA der digitalen Sicherheit bewusst zu sein. Ins Unreine gesprochen ist es der in Brüssel ansässigen European Gaming and Betting Association schlicht und einfach um den bestmöglichen Verbraucherschutz zu tun, welcher den besonderen Gegebenheiten der digitalen Wirtschaft Rechnung trägt. Es überrascht deshalb wenig, dass die Bekanntgabe der EGBA-Mitgliedschaft Ende September vergangenen Jahres die Mr Green Aktie innerhalb von 4 Handelstagen von 3,98 Euro auf ein Tageshoch von 4,20 Euro katapultierte. Noch stärker stieg das Papier lediglich noch durch die Einführung der 5-Prozent-Regel am 2. November 2018, durch welche Mr Green für Gewinne aus Sportwetten, die am Steuerfreitag platziert werden, die Abgaben an den Fiskus übernimmt. Dies zeigte, dass Nutzern nicht nur das digitale Know-how, sondern auch die digitale Sicherheit wichtig ist.

Im Allgemeinen sind Gründe, die für eine digitale Bildung sprechen, freilich um ein Bedeutendes plausibler. Wenn es 40 Prozent der EU-Bürger an digitaler Kompetenz gebricht und sich als Folge davon jeder Zweite am Arbeitsplatz schwer zu behaupten vermag, erübrigen sich das Weitere. Diese Statistik bestätigt nur das Ergebnis der Erhebung von INS Infratest im Frühjahr 2016, laut welchem 49 Prozent der 200 befragten KMU-Entscheider die Einstellung eines neuen Mitarbeiters von dessen digitalen Fähigkeiten abhängig machen.

Der europäische Referenzrahmen DigComp

Wie es um die digitale Kompetenz der Österreicher im europäischen Vergleich steht, lässt sich anhand des europäischen Referenzrahmens DigComp beurteilen. In Summe sind es 21 Einzelkompetenzen mit jeweils 8 Kompetenzstufen, welche die 5 Kompetenzbereiche von DigComp 2.1 näher beschreiben. Konkret handelt es sich bei den besagten Kompetenzbereichen um:

  • den Umgang mit Informationen und Daten
  • die Kommunikation und Kollaboration
  • die Produktion digitaler Inhalte
  • die Sicherheit
  • die Problemlösung

Von Offlinern zu Onlinern durch fit4internet

Ganz im Zeichen von DigComp steht denn auch der Pakt für digitale Kompetenz genannt fit4internet. Österreichs Wirtschaft begrüßt ebendiesen sehr. Nichts liegt ihr ferner, als die Arbeitnehmer im Alter von 45+ noch länger zu den Offlinern zu zählen. Unternehmen, Organisationen und Institutionen wie das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) sind redlich bemüht, mit dem gemeinnützigen Verein fit4internet die digitale Kompetenz des Landes nachhaltig zu steigern. Dass dem so ist, belegen die ehrgeizigen Ziele. So liegt es am Verein, digitale Kompetenzstandards in Österreich einzuführen, für die geordnete Umsetzung von DigComp zu sorgen, die Schulung in DigComp landesweit zugänglich zu machen, die Absolventen des Trainings entsprechend zu zertifizieren, die Bedeutung von DigComp angemessen zu kommunizieren, die Kooperation mit Wirtschaftskräften und Institutionen der Erwachsenenbildung auszuweiten und über die Fortschritte im Ausbau der digitalen Kompetenz fortlaufend zu berichten. In 3 Formen wird die Bildungsinitiative umgesetzt werden:

  • als fit4internet für Kinder und Jugendliche
  • als fit4internet für Berufstätige
  • als fit4internet für ältere Bürger und berufliche Wiedereinsteiger

Die Kompetenzmodelle von digi.komp

Auch wenn junge Menschen die einschlägigen Informationen vornehmlich dem Freundeskreis entnehmen und sich im spielerischen Umgang mit den neuen technischen Möglichkeiten digital fit machen, bleibt die Rolle der Bildungseinrichtungen unangetastet. Die Lehrpläne orientieren sich dabei an den Kompetenzmodellen von digi.komp. Bereits in der Volksschule wird über digi.komp4 der Vermittlung von IT- und Medienkompetenz Rechnung getragen. Sollte damit die Schullaufbahn kein Ende haben, kommen die Schüler zwangsläufig mit digi.komp8 in Berührung. Entweder wird die digitale Grundbildung in speziellen Stunden vermittelt oder sie kommt als Integration in anderen Fächern daher. Wer sich endlich für ein Informatikstudium entscheidet, kriegt es mit digi.komp12 zu tun. Abgerundet wird das Angebot von digi.komp durch digi.kompP für Pädagogen. Das dreistufige Kompetenzraster von digi.kompP zeigt jene digitalen Kompetenzen auf, über die Studierende zu Beginn und am Ende des Lehramtsstudiums sowie Lehrende nach 5-jähriger Berufsausübung verfügen sollten.


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