Glücksspielimarkt Österreich

Österreich hat vor einiger Zeit, auch aufgrund der immer größer werdenden Anzahl an Glücksspielanbieter, die Kriterien des Glücksspielmarkts verschärft. Die Auswirkungen? Viele Anbieter litten unter den neuen Regeln; ein Teil stand vor dem finanziellen Ruin. Doch verglichen mit den Gesetzen der Nachbarländer ist Österreich noch immer eine Art Schlaraffenland für Spieler und Anbieter. Denn auch wenn in Österreich offiziell nur das Casino Austria-Angebot namens Win2Day erlaubt ist, so gibt es dennoch auch andere Anbieter, die zur Verfügung stehen.

Glücksspielimarkt Österreich

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Männlich, unter 30 Jahre alt und Raucher

Sportwetten und Glücksspiel – ein Markt, der immer weiter wächst. So natürlich auch in Österreich. Von 2015 auf 2016 verbuchte die Branche ein Plus bei Wett- und Spieleinsätzen von 9,9 Prozent. Das heißt, es wurden um die 17,9 Milliarden Euro eingesetzt. Einer der Hauptgründe? Online-Gaming, Online Casinos und Online Sportwetten. Der Brutto-Spielertrag lag im Jahr 2016 bei 1,61 Milliarden Euro. Ein Plus – gegenüber dem Vorjahr – von 3,8 Prozent. Sportwetten und Glücksspiele sind heute so beliebt wie nie zuvor – auch die strengeren Regeln scheinen die Österreicher nicht abzuhalten ihr Geld auf Zahlen, Farben oder Mannschaften zu setzen. Eine Statistik hat übrigens ergeben, dass 90 Prozent der Zocker Männer sind, 85 Prozent noch keine 30 Jahre alt und zudem 80 Prozent der Spieler starke Raucher sind. 50 Prozent haben Depressionen, 50 Prozent haben ein Problem mit Alkohol und 20 Prozent sind arbeitslos. 65 Prozent der Spieler haben zudem Migrationshintergrund.

Gezielte Werbung lässt Umsätze in die Höhe klettern

Den Aufstieg des Glücksspiels und den immer höher werdenden Umsatz kann man natürlich fördern – so etwa mit gezielter Werbung. In den letzten Jahren haben immer mehr Anbieter Kontakte zu Fußballmannschaften geknüpft und prangern nun auf den Dressen der unterschiedlichen Vereine. Selbst die österreichische Bundesliga hat mit Tipico einen Wettanbieter als Sponsor. Aber nicht nur in Österreich werben die Vereine mit Wettanbietern auf ihrer Brust – der FC Bayern München wirbt ebenfalls mit Tipico, Hertha BSC mit dem Anbieter bet-at-home. Und auch wenn man meinen könnte, der Markt sei groß genug für alle Anbieter, so gibt es seit geraumer Zeit eine extreme Rivalität zwischen Casino Austria und den diversen Online Anbietern, die natürlich eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz und somit Gefahr darstellen.

Noch gibt es keine konkreten Pläne von Seiten der österreichischen Bundesregierung

Aufgrund der Tatsache, dass der österreichische Markt aber nicht reguliert ist, können Sportwetten oder auch Casino Spiele von diversen Anbietern nicht verboten werden. Das bedeutet, dass der heimische Anbieter Casino Austria akzeptieren muss, eine ordentliche Konkurrenz zu haben. Noch muss man abwarten, wie die neue Bundesregierung agieren wird, wenn es um das Glücksspiel geht. Bislang gibt es dahingehend keine genauen Pläne. Überlegungen von Seiten des Finanzministeriums, diverse Internetseiten von Online Anbietern aus dem Ausland zu sperren, gibt es länger; die Wahrscheinlichkeit, dass diese Variante auch zur Umsetzung gelangt, ist jedoch unwahrscheinlich. Wer also lieber ein Casino online besucht, dem stehen in Österreich zahlreiche Anbieter zur Verfügung.

Automatenverbot brachte nicht den gewünschten Erfolg

Die Verbote im Automatenbereich, vor allem das Verbot in der Bundeshauptstadt Wien, haben den „halblegalen Anbietern“ zu deutlich mehr Umsatz verholfen. Von 2013 bis 2016 legte der „graue Automatenmarkt“ auf 108 Millionen Euro zu – ein Plus von gut zwei Drittel. Auch wenn es viele Razzien und auch zahlreiche Beschlagnahmungen durch die Finanzpolizei gab, so konnte der Markt bislang noch immer nicht zur Gänze trockengelegt werden.

 


Quellen der Statistiken:

http://www.marktmeinungmensch.at/studien/branchenradar-gluecksspiel-sportwetten-in-oester-3/

https://de.statista.com/themen/2928/gluecksspiel-in-oesterreich/

http://www.gluecksspielsucht.de/materialien/handout2011/tagung2010_PAGE_Meyer.pdf


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